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Wohin geht die Hochschulpolitik?
Die Struktur des Hochschulstudiums verändert sich: Auch in Bayern wird es Gebühren für das Erststudium geben. Eine Elitenförderung wurde etabliert. Entfernt man sich damit von einem Bildungsideal, das über die Anhäufung von „Humankapital“ hinausreicht? Nein, ganz im Gegenteil, man müsse „die akademische Humankapitalbildung intensivieren“, meinte Hans-Peter Klös vom Institut der Deutschen Wirtschaft bei der Podiumsdiskussion „Wohin geht die Hochschulpolitik?“ an der WiSo.
Ulrich Wilhelm, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst beschrieb wortreich, wieviele Ausnahmen es bei den geplanten Studiengebühren gebe: keine Gebühren für soziale Härtefälle, insbesondere alle Bafög-Bezieher, Darlehen für diejenigen, die kein Bafög bekämen, Stipendien für diejenigen mit den überragenden Leistungen… Warum es dann überhaupt Studiengebühren brauche, wenn es ohnehin vor allem Ausnahmen gäbe, beantwortete er nicht.
Auf die Probleme – einen im internationalen Vergleich niedrigen tertiären Sektor in Deutschland (dass zu wenig junge Leute eines Jahrgangs studieren), die vergleichsweise schlechten Studienbedingungen, die schlecht gelingende Zuführung der Studierenden zu den Fächern (kein Studium Generale wie in den USA) – wies Jutta Allmendinger, Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, hin. Ihre zentrale Frage lautete: Was geschieht denn mit den Studiengebühren? Dienen sie wirklich der qualitativen Verbesserung der Studienbedingungen? Oder zieht sich der Staat dann noch mehr aus der Finanzierung zurück?
Darauf gab im Verlauf der 120-minütigen Diskussion niemand wirklich Antwort. Alexander Wagner vom Bündnis gegen Studiengebühren berichtete von einer Studie an der Humboldt-Universität Berlin, wonach bei Semestergebühren von 500 Euro der weitaus größere Teil von der Verwaltung aufgefressen werde und damit keineswegs der qualitativen Verbesserung des Studiums diene.
Marion Schick, Präsidentin der Fachhochschule München, beklagte die Diskriminierung der Fachhochschulen und erhoffte sich von Studiengebühren bis zu 7 Millionen Euro mehr. Ulrich Wilhelm schilderte, wie die Studiengebühren in Bayern aussehen werden, wenn sie der Landtag denn so verabschiedet wie geplant: zwischen 100 und 300 Euro an Fachhochschulen, zwischen 300 und 500 Euro an Universitäten. Dabei können die Hochschulen innerhalb dieses Korridors nach Fächern differenzieren. Diese Zahlen gelten allerdings nur für das Erststudium, also im Zweifel das Bachelor-Studium. Wie es mit Master- und Promotionsstudiengängen aussieht, blieb offen.
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